Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft
Mit dem Ziel der Bundesregierung, den Primärenergieverbrauch gegenüber 2008 bis 2050 um 50 % zu senken, richtet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zum Januar 2019 seine Förderprogramme für Energieeffizienz von Prozessen und Anlagen in Unternehmen neu aus.

Das Förderprogramm ist in vier Module aufgeteilt:
  1. Im Modul 1 "Querschnittstechnologien" werden investive Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz durch den Einsatz von hocheffizienten und am Markt verfügbaren Technologien gefördert. Die maximale Förderung beträgt 200.000 Euro bei einer Förderquote von bis zu 40 Prozent (für KMU) bzw. 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Dieses Modul ist nicht zu verwechseln mit dem Programm "Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien (QST)", welches zum 31.12.2018 beendet wurde.
  2. Im .Modul 2 "Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien" werden der Ersatz oder die Neuanschaffung von Anlagen zur Bereitstellung von Wärme aus Solarkollektoranlagen, Wärmepumpen oder Biomasse-Anlagen gefördert, deren Wärme zu über 50 Prozent für Prozesse, d. h. zur Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten oder zur Erbringung von Dienstleistungen verwendet wird. Die maximale Förderung beträgt 10 Millionen Euro pro Investitionsvorhaben bei einer Förderquote von bis zu 55 bzw. 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.
  3. Im Modul 3 "MSR, Sensorik und Energiemangement-Software" gefördert werden investive Maßnahmen im Zusammenhang mit der Einrichtung oder Erweiterung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems. Die maximale Förderung beträgt 10 Millionen Euro pro Investitionsvorhaben bei einer Förderquote von bis zu 40 bzw. 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten.
  4. Im Modul 4 "Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen" werden investive Maßnahmen zur energetischen Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien für gewerbliche Prozesse in Unternehmen gefördert. Die Förderung ist technologieoffen und kann auch die unter Modul 1 und 3 genannten Maßnahmen umfassen. Die maximale Förderung beträgt 10 Millionen Euro pro Investitionsvorhaben bei einer Förderquote von bis zu 40 bzw. 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die maximale Förderung ist auf einen Betrag von 500 Euro (700 Euro für kleine und mittlere Unternehmen) pro jährlich eingesparte Tonne CO2 begrenzt (Fördereffizienz). Für die Antragstellung ist ein von einem Energieberater erstelltes Einsparkonzept vorzulegen.
Die Förderung steht allen Unternehmen mit einem Standort in Deutschland zur Verfügung. Kleine und Mittlere Unternehmen gem. EU-Definition werden mit einer höheren Förderquote bezuschusst.
Die Förderung kann wahlweise durch das BAFA mit einem Investitionszuschuss oder durch die KfW mit einem Kredit mit Tilgungszuschuss erfolgen.
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Update 26.07.2019: Namensänderung des Förderprogramms von "Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien" in "Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft".